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Liebe EducArte-Freunde,

wir möchten euch hiermit schweren Herzens mitteilen, dass die Unterstützung für EducArte über die Kinderstiftung Spongo nicht mehr weitergehen wird.

Verschiedene Faktoren haben zu dieser Entscheidung geführt, die keinesfalls leichtfertig getroffen wurde. Eileen hat sich aus persönlichen Gründen aus dem Projekt zurückgezogen. Sie möchte sich zukünftig stärker um ihre eigenen Kinder kümmern, da ihr Mann berufsbedingt öfter über längere Zeiträume im Ausland tätig sein wird, und kann daher die Arbeit für EducArte nicht mehr in diesem Umfang gewährleisten. Im Moment ist leider keine Person greifbar, die ihre Arbeit übernehmen könnte.

Für uns war es stets unabdingbar, dass Transparenz und entsprechende Informationen bezüglich des Projektes vorhanden waren. Eileen spricht perfekt Spanisch und konnte daher die Dinge vor Ort richtig einordnen.

Auch die Abrechnung der Gelder und die Kontrollen der Quittungen vor Ort wurden durch Eileen natürlich in ganz hervorragender Weise umgesetzt. Das lief alles absolut perfekt !!!!! Sie pflegte die Website und kümmerte sich auch hier stets um aktuelle Infos. Aus diesem Grund konnten wir immer sicher sein, dass alle Mittel zielgerichtet und korrekt verwendet wurden.

Darüber hinaus erwartet Alejandra, die als Hauptinitiatorin dem Projekt vorsteht und sich auch Vollzeit dort einbringt, ein Baby. Sie hat bereits bekanntgegeben, dass sie nach der Entbindung im Juli nicht mehr zu EducArte zurückkehren wird und sich zunächst um ihr Baby kümmern möchte. Sie ist die leitende Person und auch hier steht bis jetzt kein Ersatz zur Verfügung.

Darüber hinaus tragen die finanziellen Schwierigkeiten, die durch den Wegfall eines großen Sponsors entstanden sind, selbstverständlich zur allgemeinen Unsicherheit und Instabilität innerhalb der Organisation bei.        

Mit dem Fehlen der entsprechenden Informationen über die Aktivitäten bei EducArte, dem Weggang der Führungsperson, sowie der nun fehlenden Kontrolle über die Verwendung der Spendengelder kann daher von Seiten der Kinderstiftung den Spendern gegenüber keine verantwortungsbewusste Zusammenarbeit gewährleistet werden.

Alle Gelder, die bis jetzt eingegangen sind, wurden und werden noch für EducArte verwendet. Eileen bezahlt derzeit mit den restlichen verbleibenden Mittel die letzten offenen Posten und dokumentiert dies, wie gewohnt, für unsere Buchhaltung. 

Wir werden daher alle neuen Spendeneingänge zurück überweisen, bis neue Projekte anstehen, die wir dann aber zunächst vorstellen und entsprechend bewerben werden.

Selbstverständlich steht es jedem frei, sich direkt mit Alejandra und EducArte (centrocomunitarioeducarte@gmail.com) in Verbindung zu setzen und eventuelle Spenden direkt mit der Organisation abzuwickeln.

Wir bitten um euer Verständnis und möchten uns im Namen der Kinder für die langjährige Unterstützung und das Vertrauen ganz herzlich bedanken.

Inge und Peter Höll und natürlich Eileen Ranscht.

EducArte stellt jeden Monate eine lateinamerikanische Frau vor, die sich im Laufe der Geschichte durch ihren Kampf um eine gerechtere Welt, ganz besonders für Frauen, hervorgetan hat. In diesem Monat möchten wir eine Guatemaltekin vostellen:

Rogelia Cruz Martínez “Martyrium einer Königin”

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Man weiß nicht viel über sie und noch weniger über die Umstände ihrer Ermordung. Rogelia Cruz wurde 1940 in rogelia cruzGuatemala geboren. Aufgrund ihrer natürlichen Schönheit wurde sie 1958 zu Miss Guatemala gewählt und vertrat ihr Land im darauffolgenden Jahr bei dem Wettbewerb zu Miss Universum. Die Architekturstudentin war eine linksgerichtete Aktivistin und die Freundin von Leonardo Castillo Johnson, Kommandant der guatemaltekischen Arbeiterpartei (PGT). Im Dezember 1967 wurde sie von einem paramilitärischem Todesschwadron entführt und ermordet. Man fand ihren geschundenen, brutal vergewaltigt und gefolterten Körper im Januar 1968 in der Nähe einer Brücke bei Escuintla. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ihre Beziehung zu Johnson ein Grund für ihren gewaltsamen Tod war. 

Die Ermordung sorgte für Aufsehen in der Weltöffentlichkeit. Der amtierende Präsident Julio César Méndez Montenegro forderte daher sogleich die Aufklärung des Falles sowie die Bestrafung der Mörder. 

Doch Fakt ist, dass man bis heute die Namen derer, die für diese brutale Tat verantwortlich sind, nicht kennt. Nie hatte sich jemand getraut, den Fall vor Gericht zu bringen und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Auch die Zeitungen schwiegen darüber.  

Im Alter von 27 durchlebte Rogelia Cruz die schlimmste Folter vor ihrem Tod -  wegen ihrer politischen Einstellung und weil sie eine Frau war. Diese Schmach setzte sich in der guatemaltekischen Geschichte fest und sollte der Beginn der schrecklichen Feminizide (Frauentötungen) sein.

Es ist unsere Pflicht den Namen Rogelia Cruz nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, so wie wir auch all die vielen  Schwestern, Mütter und Töchter nicht vergessen dürfen, die in den folgenden Jahren und leider auch heute noch ihr Leben auf diese schreckliche Art verlieren.

So, nun ist es offiziell, die olympischen Winterspiele können nun auch im westlichen Hochland Guatemalas stattfinden ;-)  

Na gut, soweit ist es dann doch noch nicht.

Wetter- und klimatechnisch hat das kleine mittelamerikanische Land ja so Einiges zu bieten, aber eventueller Schneefall wird da in den Reiseberichten eher nicht erwähnt.  

Die Menschen im Departamento San Marcos staunten jedenfalls nicht schlecht als sie eines Morgens die weiße Pracht erblickten.  

Zuvor hatten die Bewohner Antiguas noch eine Schneedecke auf der Spitze des Vulkans Acatenango beobachtet, was nicht ganz so außergewöhnlich ist, aber dennoch sehr selten vorkommt.

In den Medien und sozialen Netzwerken drückten die Menschen aus den betroffenen Gebieten ihre Freude über das Naturspektakel aus. Die Lehrer verschiedener Bildungseinrichtungen verlegten kurzerhand ihren Unterricht nach draußen, um mit den Schülern die schneebedeckten Berge und Bäume zu betrachten, einige Leute bauten sogar Schneemänner. 

So wunderschön der Anblick und auch die Erfahrung für die Menschen war, so ist es dennoch bedenklich, dass sich diese extremen Kaltfronten womöglich häufen könnten. Allein die Tatsache, dass die Menschen in Guatemala keine Heizungen in ihren Häusern haben und bei vielen sogar der Wind direkt durch die Wellblechhütten pfeift, wirkt dann doch ernüchternd. 

Laut Nationalem Institut für Seismologie, Vulkanologie und Hydrologie ist dieses eher ungewöhnliche Wetterphänomen in Guatemala auf den Klimawandel zurückzuführen. Möglicherweise waren dies also nicht die letzten Schneemänner, die in Guatemala gebaut wurden. 

Die Kölnerin Helena Mainka (in Guatemala Elena genannt) hat nach dem Abitur beschlossen, Lateinamerika kennenzulernen. Zwei Monate hat sie bei EducArte als Voluntärin in der Ferienschule gearbeitet. Die 18-jährige hat sich durch ihre positive und offene Art sowie durch ihre große Eigeninitiative sehr beliebt gemacht, sowohl bei den Kindern als auch bei den Lehrern.    

Eileen: Warum bist du nach Guatemala gekommen? 

Helena: Als das Ende der Schulzeit nahte, stand fest, dass ich nach dem Abitur ein Jahr Pause brauche. Da ich sowieso noch nicht wusste, was ich in Zukunft studieren möchte, passte mir das eigentlich ganz gut. Einige meiner Freunde waren schon während der Schulzeit in Lateinamerika und haben mir viel erzählt, Fotos gezeigt und vor allem die Musik in meine Ohren gebracht. Wir sind immer zusammen auf Reggaeton Partys gegangen. Ich liebe die Sprache und war hin und weg von all den Erzählungen, Bildern und Vorstellungen über Lateinamerika. Als dann auch noch eine Austauschschülerin aus Chile zu mir kam, stand fest, dass ich nach Lateinamerika möchte. Warum Guatemala? Mit Proyecto Mosaico habe ich eine Organisation gefunden, die verschiedene soziale und ökologische Projekte in Zentralamerika vermittelt. Da ich die Länder, in die ich reisen würde, nicht nur aus Touristenaugen kennenlernen, sondern die Leute, das Land, die Kultur und die Problematik richtig kennenlernen wollte, war ich von der Idee, in einem sozialen Projekt mit Kindern mitzuarbeiten begeistert. Als ich dann die Seite durchforstete, waren ziemlich viele schöne Projekte in Guatemala. Unter anderem das Projekt EducArte, was mich sehr angesprochen hat.    

Eileen: Hast du schon Spanisch gesprochen? 

Helena: Insgesamt habe ich 2 Jahre Spanischunterricht gehabt. Wobei man sagen muss, dass ich eher gelernt habe, eine Analyse von komplizierten Texten über die illegale Einwanderung von Afrika nach Spanien oder México in die USA zu schreiben, anstatt zu lernen, wie man Brot in einer Bäckerei bestellt. 

Eileen: Was war deine Aufgabe bei EducArte? 

Helena: Ich habe den Lehrern geholfen, mit den kleinen Kindern zu kochen, zu malen oder zu basteln. Ziemlich schnell wollte ich aber aktiver werden und habe selbst Unterricht in Englisch und TaekwonDo gegeben. Schnell habe ich regelmäßige Zeiten gehabt und mit den Kindern gelernt und Sport getrieben. Außerdem war ich bei vielen Veranstaltungen als Helfer dabei, wie z.B. dem Kunstfestival, dem Aktionstag “Keine Gewalt gegen Frauen” oder  anderen. Dabei muss man allerdings sagen, dass ich selbst viel mehr gelernt habe. 

Eileen: Was gefällt dir an EducArte und was könnte man deiner Meinung nach noch verbessern?  

Helena: Mir gefällt, dass die Lehrer und Lehrerinnen sehr gut und lieb mit all ihren Kindern arbeiten, dass die Kinder sehr gut aufgehoben sind und dass sie sehr viele verschiedene Unterrichtsarten haben. Meiner Meinung nach könnte man an der Pünktlichkeit der Lehrer und der Kinder arbeiten und daran, im Vorhinein ordentlich zu organisieren, welche Kinder wann und wo zu erscheinen haben.  Klar, machmal kann man daran nichts ändern, da man die Familiensituationen der einzelnen Kinder nicht ganz kennt, aber mir kam manchmal alles ein bißchen durcheinander vor.

Eileen: Wie schätzt du deine Erfahrung bei EducArte ein?

Helena: Meine Erfahrungen wurden eigentlich nur positiv geprägt. Ich hatte eine unglaublich tolle Zeit, mit lustigen und lehrreichen Gesprächen mit den Lehrern, mit viel Unterstützung und Engagement. Es gab immer viel zu tun.  Meine Vorstellungen wurden in keinster Weise enttäuscht. Letztendlich habe ich viel mehr TaekwonDo-Unterricht gegeben und viel weniger Englischunterricht als gedacht, was ich aber gar nicht schlimm fand.  

Eileen: Was kannst du anderen Voluntären empfehlen oder raten? 

Helena: Oh, das ist schwer. Denn ich denke, dass jeder erst einmal seine Zeit braucht, in das Projekt und die Strukturen reinzufinden. Deswegen auf jeden Fall mindestens 2 Monate oder länger bleiben, damit man alle Kinder, Lehrer und Abläufe gut kennenlernen und sich gut reinfinden kann. Ich glaube außerdem, dass es gut ist, wenn man selbst Englischunterricht und eine andere Aktivität einbringt, damit die Kinder das Gefühl haben, dass man ihnen ein kleines bißchen geben kann und nicht nur dabei sitzt und zuguckt. Außerdem: einfach offen sein, auf die Kinder zugehen, mit ihnen spielen und auf sie hören. Denn von den Kleinen kann man echt mehr lernen, als man denken mag. Mit Vorsicht und Achtung an die Probleme der Kinder und deren Familien gehen. Es ist sehr interessant, all die Probleme der Frauen oder die Armut mitzubekommen. Man selbst kann als Ausländer nicht die Welt verändern, aber man kann einfach ein bißchen was dafür tun, dass die Kinder eine gute Zeit haben und Bildung bekommen. Nicht aufgeben, wenn man am Anfang nicht alles versteht oder sagen kann. Das kommt langsam mit der Zeit, auch wenn die Kinder einen auslachen oder man gar nicht weiß, was alle von einem wollen. Kopf hoch, Erfahrungen sammeln, nach vorne schauen und weitermachen! ;)

Eileen: Wie geht es bei dir nun weiter? 

Helena: Jetzt fliege ich erst einmal für 2 Monate zu meiner Gastschwester nach Chile. Danach werde ich in einem sozialen Projekt in Ecuador mithelfen und ein bißchen reisen. Ich hoffe, dass es alles irgendwie gut klappt, da ich jetzt völlig allein bin. Aber auf dem Weg lernt man bestimmt immer nette Leute kennen. Und wenn ich dann Mitte Mai wieder nach Deutschland komme, muss ich mich wohl um meine Zukunft kümmern, herausfinden, was ich machen will und einen Studienplatz suchen. Außerdem will ich Leute in Deutschland über die Arbeit hier in Guatemala informieren und ihnen erklären, wie man wirklich effektiv helfen kann. 

Eileen: Welche Botschaft möchtest du EducArte übermitteln? 

Helena: Ihr Lieben, ich hatte eine unglaubliche Zeit. Ich habe die Kinder so lieb gewonnen. Auch die Lehrer überall zu treffen und mit ihnen in Ciudad Vieja und Antigua zu leben, hat mir Erfahrungen gegeben, die ich niemals vergessen werde. Ich habe das Land und die Leute in mein Herz geschlossen und bin dankbar für alles, was ich lernen durfte. Mit euch ist die Welt ein bisschen besser, mit euch bekommen Kinder die Möglichkeit, Kind zu sein. Bitte, macht weiter so mit viel Kraft und natürlich viel Liebe, Vertrauen und Hoffnung. Eine andere Welt ist möglich.

Interview mit Doña Carmen 

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In dieser Befragung zu EducArte und den diesjährigen Projekten spricht Direktorin Alejandra mit Doña Carmen, Mutter von Jesús, welcher ein Stipendium für das Colegio “El Adelanto” hat und nachmittags an der Hausauf-gabenhilfe und den außer-schulischen Aktivitäten teilnimmt. In diesem Jahr schließt er die 6-jährige Grundschule ab. 

Alejandra: Inwiefern kommt Ihnen die Teilnahme bei EducArte zugute? 

Doña Carmen: Es hat mir geholfen, weiter für meinen Sohn zu kämpfen. 

Alejandra: Beschreiben Sie kurz, warum brauchen und beantragen Sie die Unterstützung der Organisation?

Doña Carmen: Weil es für mich schwierig ist, meinem Sohn zu ermöglichen, was er braucht.     

Alejandra: Haben Sie die Möglichkeit und den Vorsatz, an den angebotenen Aktivitäten teilzunehmen?

Doña Carmen: Ja. 

Alejandra: Inwiefern leistet Ihre Familie einen Beitrag in der Gemeinschaft?

Doña Carmen: Gutes Beispiel sein, ein guter Bürger sein und sich gegenseitig helfen.   

Alejandra: Warum ist Bildung für Ihre Familie wichtig?

Doña Carmen: Die Kinder müssen vorbereitet sein für das Jetzt und ihre Zukunft.  

Alejandra: Glauben Sie, dass die außerschulischen Kunstaktivitäten eine Zeitverschwendung sind?

Doña Carmen: Nein.

Alejandra: Welche Pläne haben Sie im Hinblick auf die Bildung Ihres Kindes?

Doña Carmen: Dass er die Schule abschließt.

Alejandra: Wie könnten Sie etwas bei EducArte beisteuern? 

Doña Carmen: Mithelfen, wenn sie etwas brauchen und Vorschläge machen. 

Alejandra: Wie bewerten Sie die Angebote für Eltern und Ihre Teilnahme bei EducArte? 

Doña Carmen: Gut.

Alejandra: Vielen Dank für das Gespräch.

August 2012: María Josefina Hernández

Um erneut sämtliche Informationen zusammenmenzutragen und mit dem Ziel, die Unterstützung und den Erfolg der Projekte in EducArte zu bewerten, werden in diesem Monat Interviews mit allen eingeschriebenen Familien durchgeführt.

Im vorliegenden Interview spricht Direktorin Alejandra mit María Josefina, der Mutter von Isaías, der nachmittags an der Hausaufgabenstunde und dem Englischunterricht teilnimmt.

Alejandra: Inwiefern kommt Ihnen die Teilnahme bei EducArte zugute?
María Josefina: Dahingehend, dass mein Sohn die Zeit am Nachmittag gut nutzt anstatt fernzusehen, und zwar bis es Zeit ist, dass ich von Arbeit zurückkomme. Daneben gibt es noch die Elternschule der Englischunterricht, der für meinen Sohn besonders bedeutend ist.
Alejandra: Beschreiben Sie kurz, warum brauchen und beantragen Sie die Unterstützung der Organisation?
María Josefina: Weil mein Sohn seine Zeit nutzt, um sich zu bilden und sein Wissen zu erweitern und weil wir beide, mein Mann und ich, arbeiten gehen, da wir auch unsere jeweiligen Eltern finanziell unterstützen.
Alejandra: Haben Sie die Möglichkeit und den Vorsatz, an den angebotenen Aktivitäten teilzunehmen?
María Josefina: Ja, solange es mir die Zeit erlaubt. Aus arbeitstechnischen Gründen schaffe ich es leider nicht immer, pünktlich zu den Veranstaltungen zu kommen.
Alejandra: Inwiefern leistet Ihre Familie einen Beitrag in der Gemeinschaft?
María Josefina: Also momentan, indem wir unserem Sohn Werte nahebringen und ihn dazu anleiten, in seiner Schulbildung zu wachsen, um später ein Mensch zu werden, der seinen Teil positiv in der Gemeinschaft und unserer Nation beisteuert.
Alejandra: Warum ist Bildung für Ihre Familie wichtig?
María Josefina: Weil sich ein Land ohne Bildung nicht weiterentwickeln kann. Es ist wichtig sich zu bilden, um voranzukommen.
Alejandra: Glauben Sie, dass die außerschulischen Kunstaktivitäten eine Zeitverschwendung sind?
María Josefina: Selbstverständlich nicht, es ist eine aktive Form, Talente zu wecken, die vielleicht in uns schlummern und noch nicht entdeckt wurden, die jedoch gefördert werden sollten, damit etwas Neues entstehen kann und um die Kinder und natürlich auch die Gemeinschaft zu bereichern.
Alejandra: Welche Pläne haben Sie im Hinblick auf die Bildung Ihres Kindes?
María Josefina: Dass er jeden Moment nutzt, um neue Dinge zu lernen, dass er zu akademischer Reife heranwächst, eine professionelle Ausbildung macht und ein guter Menschen vor Gott und der Gesellschaft bleibt. Dafür müssen wir die Kinder anleiten und führen, damit sie von kleinauf beginnen davon zu träumen, was sie sein möchten wenn sie groß sind.
Alejandra: Wie könnten Sie etwas bei EducArte beisteuern?
María Josefina: Was auch immer Sie an Zusammenarbeit fordern, denn wir sind sehr dankbar, dass unser Sohn bei EducArte als Mitglied Ihres Projekts akzeptiert wurde.
Alejandra: Wie bewerten Sie die Angebote für Eltern und Ihre Teilnahme bei EducArte?
María Josefina: Interessant, weil wir neue und schöne Dinge dazulernen, selbst mit der begrenzten Zeit, die mir zur Verfügung steht.
Alejandra: Vielen Dank für das Gespräch

Juli 2012: Interview mit William Mayorga

Der aus dem östlichen Teil des Landes stammende 41-Jährige schloss sehr schnell Freundschaft mit EducArte. Vor 4 Monaten lernten wir Wily kennen, der Wirtschaftswissenschaften, Gewerbe und Verwaltung studiert und sich in Marketing spezialisiert hat. Es stellte sich heraus, dass EducArte und er Vieles gemeinsam haben: nämlich das Ziel, die soziale Entwicklung der Gesellschaft mithilfe von Bildung zu fördern.
Eileen: Erzähl uns ein wenig über deine berufliche Entwicklung.
Willy: Seit 23 Jahren bin ich Kleinunternehmer und Unternehmensgründer und seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeiten weiß ich um die Bedürfnisse der Menschen, die in diesem Bereich tätig sind: nämlich eine kontinuierliche Fortbildung damit sie ihre geschäftlichen Ziele erreichen können. Ich habe als Berater bei ADEL (Agencias de Desarrollo Económico Local = Agentur für lokale Wirtschaftsentwicklung) gearbeitet und bin jetzt bei AGEDES, einer gemeinnützigen Organisation, die sich auf Themen der sozialen Entwicklung spezialisiert hat.
Eileen: Gibt es einen Unterschied bei der Arbeit mit den Menschen aus verschiedenen Gegenden?
Willy: Im Allgemeinen nicht. Momentan sind die Aktivitäten eher von strategischer Natur, um die Unterstützung und Entwicklungsförderung der aktivsten Gruppen des lokalen Handels auf den Weg zu bringen. Allerdings muss man die multikulturelle Vielfalt mit ihren verschiedenen Sprachen in Mittelamerika und der südlichen Region Mexikos brücksichtigen, was durchaus eine Schwierigkeit darstellen kann. Aber die Haltung der Gewerbetreiber weist dieselbe positive Einstellung auf und richtet sich an der Bedürfnisbefriedigung jedes Einzelnen.
Eileen: Wegen sozialer Recherchen bist du nach Ciudad Vieja gekommen. Wie bist du auf EducArte gestoßen?
Willy: Die Werbung für die Angebote der Bibliothek, die der Gemeinde von Ciudad Vieja zur Verfügung stehen, hat mich auf die Organisation aufmerksam gemacht.
Eileen: Welchen Eindruck hast du von EducArte?
Willy: Es ist eine sehr geschäftstüchtige Organisation mit der hervorragenden Fähigkeit, strategische Allianzen zu bilden, um soziale Bedürfnisse zu befriedigen.
Eileen: Wie entstand die Idee, einen Workshop bei EducArte zu veranstalten?
Willy: Die Organisation, die ich vertrete, meine eigene Person sowie EducArte verfolgen die gleiche Mission: Entwicklungsförderung durch Bildung.
Eileen: EducArte bot also einen geeigneten Raum für eine derartige Veranstaltung. Worum geht es in dem Workshop?
Willy: Dieser Prozess möchte der Gemeinde und besonders den Unternehmern bewusst machen, dass deren Geschäftstätigkeiten ein Gewerbe als solches, aber eben auch ein äußerst wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung darstellt. Besonders in Zeiten einer globalen Wirtschaftsstagnation müssen die Gewerbetätigkeiten auf PRINZIPIEN und WERTEN aufbauen und alle Menschen einer Nation aktiv an den Entscheidungen teilnehmen lassen. Sie sollten sich mehr einbringen und politische Vorschläge machen hinsichtlich der Entwicklung, allem voran sollten sie von den Autoritäten ihre verfassungsmäßigen Rechte einfordern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Regulierung der Geschäftsaktivitäten. Dies beinhaltet auch, dass man die Menschen motiviert und dazu anhält, ihre Geschäfte legal registrieren zu lassen, um somit durch die Steuerzahlung ihren Beitrag zu leisten, was Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Infrastruktur u.v.m. direkt zugute kommen würde.
Eileen: Der Workshop war speziell an Frauen der Region gerichtet, die ein eigenes Gewerbe aufbauen wollen bzw. ihr schon bestehendes Geschäft verbessern wollen. Wie schätzt du das Ergebnis ein?
Willy: Der Bewertung zufolge haben sich die Erwartungen des Kurses erfüllt, es wurden Probleme gelöst und Unklarheiten der Teilnehmerinnen beseitigt, alles bezogen auf ihre Gewerbetätigkeiten bzw. Geschäftsideen.
Eileen: Was magst du an deiner Arbeit?
Willy: …die Möglichkeit mein Wissen mit anderen zu teilen, aber vor allem die Erfahrung, die ich über die Jahre als Unternehmer gesammelt habe. Für mich ist es eine Leidenschaft.
Eileen: Und nun? Wie geht es für dich weiter?
Willy: Ich werde auch weiterhin mein Wissen und meine Erfahrungen als Unternehmer mit anderen Gewerbetreibern teilen und sie motivieren, neue Geschäftsmodelle in Guatemala und Lateinamerika zu entwickeln. Möglicherweise werde ich neue Allianzen mit Organisationen aus Ländern bilden, die ähnliche Ziele verfolgen und als Vorreiter gelten hinsichtlich Technologie und Entwicklung, zum Beispiel die Länder Südamerikas. Vielleicht könntet ihr mir auch mehr detaillierte Informationen über eure Projekte schicken.
Eileen: Sehr gern, wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt. Vielen Dank für deine Unterstützung, Wily. EducArte wünscht dir viel Erfolg bei deiner Arbeit und alles Gute im Leben.
Besonderer Dank gilt auch María Mercedes de Beteta (“Fonda de la Calle Real”) für den Imbiss während der gesamten Workshop-Tage.

Juni 2012: Interview mit Praktikantinnen

In vielen guatemaltekischen Schulen gehört es zur Philosophie und Voraussetzung, ein Praktikum im sozialen Bereich zu absolvieren.
Aus diesem Grund haben neun Schülerinnen (16 und 17 Jahre) aus Guatemala Stadt fünf Tage lang am EducArte-Alltag teilgenommen und somit Einblicke in die sozial-pädagogische Arbeit erhalten.
Dabei wurden sie abwechselnd in den Bereichen Sekretariat, Bibliothek, Kinderkantine, Vorschule, Hausaufgabenhilfe, Kunstunterricht und Grundschulunterricht eingesetzt. Mit fünf von ihnen haben wir gesprochen und sie zu ihren Erfahrungen befragt.
Eileen: Welchen Eindruck habt ihr von EducArte?
Tamara: Es handelt sich um eine ganzheitliche Institution, welche mit sehr engagierten Mitarbeitern auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingeht. Die Ausstattung könnte allerdings verbessert werden.
Mariana: Mir haben die Aktivitäten mit den Kindern gefallen: die Ralley, die Filmvorführung, der Imbiss-Stand und der Themen-Tag.
Katherinne: EducArte schafft es, das Potenzial der Kinder im künstlerischen Bereich heraus zu holen. Man wird von den Kids akzeptiert. Und ich finde es gut, dass es verschiedene Aktivitäten gibt. Ich konnte jeden Bereich kennenlernen und hätte gern noch mehr Zeit gehabt.
Jimena: Man fördert die Kinder in vielen Bereichen. Es ist kein monotoner Ablauf, sie veranstalten viele kreative Aktivitäten. Es ist nicht nur ein Ort, wo die Kinder kommen, um sich zu setzen und Unterricht zu machen. Die einzelnen Klassen sind allerdings recht klein.
Ana Lucia: Es ist toll, dass vielen Kindern die Möglichkeit gegeben wird, etwas zu lernen, da einige vielleicht nicht die Chance dazu haben. Leider sind nicht alle Lehrer immer pünktlich.
Eileen: War euer Praktikum so, wie ihr es euch vorgestellt habt?
Tamara: Ich dachte, der Ort wäre größer und dass es mehr Kinder wären. Der erste Tag war seltsam, weil wir dachten, dass wir ausschließlich mit Kindern arbeiten würden.
Mariana: Ja, meine Erwartungen haben sich erfüllt.
Katherinne: Mir hat die Erfahrung gut gefallen, wir haben erlebt wie es ist, Lehrerin zu sein. Das war sehr interessant.
Jimena: So hatte ich es mir nicht vorgestellt. Es war sehr positiv und ich hatte die Gelegenheit, mit älteren Kindern zu arbeiten.
Ana Lucia: Ja, es war wie wir es uns vorgestellt hatten.
Eileen: Welcher Bereich hat euch am besten gefallen und welcher weniger?
Tamara: Die Arbeit mit den Vorschulkindern, weil sie sehr aktiv sind. Die Lehrer arbeiten mit viel Hingabe. Und ich denke, die Sexualerziehung ist ausgesprochen wichtig. Einzig im Kunstunterricht gibt der Lehrer zu oft seine Ideen vor, aber es ist wichtig, dass die Kinder sich selbst ausdrücken.
Mariana: Die Arbeit mit den Kindern mochte ich am meisten, mit ihnen Zeit zu verbringen und zu sehen wie sie arbeiten. Sekretariat und Bibliothek finde ich langweilig.
Katherinne: Die Arbeit mit den ganz kleinen und den größeren Kindern der extrakurrikulären Grundschule hat mir am besten gefallen. Der Bereich Kinderkantine weniger, denn ich dachte, wir würden etwas anderes kochen.
Jimena: …als Hilfslehrer bei den kleinen und den großen Kindern zu sein. Am ersten Tag hatte ich mich noch nicht recht eingebracht, doch in den folgenden Tagen integrierten wir uns mehr und mehr.
Ana Lucia: Der Vorschulbereich war toll. Kunst war nicht so gut, weil es sehr wenig Kinder waren.
Eileen: Was nehmt ihr für euch mit nach diesem Praktikum?
Tamara: In meinem Alltag wird sich nicht viel ändern. Mir ist noch nicht vollkommen klar, was alles zur Arbeit in einer Institution gehört. Ich werde an meine Ausbildung an der Universität denken, aber auch an die gesamte Bevölkerung und nicht nur an mich.
Mariana: Mir ist die Realität des Landes bewusst geworden. Es gibt Kinder mit vielen Bedürfnissen. Es hat mir geholfen, meine Augen zu öffnen.
Katherinne: Mir ist klar geworden, dass ich bezogen auf Bildung eine Privilegierte bin und dies mehr wertschätzen sollte.
Jimena: Es hat mir viele Dinge gezeigt, ich habe verschiedene Perspektiven kennegelernt. Die Kinder kommen ganz aufgeregt zum Lernen und ich wache morgens manchmal nicht auf oder habe keine Lust, zur Schule zu gehen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.
Ana Lucia: …meine Erziehung und Bildung mehr schätzen zu lernen.
Eileen: Habt ihr eine letzte Botschaft an EducArte?
Tamara: Macht weiter so mit aller Hingabe zur Förderung der Kinder und gesamten Bevölkerung. Glückwünsche zu eurer Arbeit.
Mariana: …dass sie weitermachen. Es ist etwas Gutes für die Gemeinde, sie helfen sehr viel.
Katherinne: Ich wünsche mir, dass sie so weitermachen und dass die Kinder weiterhin ins Gemeinschaftszentrum kommen.
Jimena: Macht weiter so und motiviert die Kinder mit all den Aktivitäten. Es hat mir sehr gut gefallen.
Ana Lucia: Es ist toll, was sie alles tun, um den Kindern diese Möglichkeiten zu bieten.

EducArte bedankt sich recht herzlich für eure Unterstützung und wünscht euch alles Gute für die Zukunft.

Mai 2012: Interview mit Andrea

Die 24-jährige, aus Antigua stammende Künstlerin hat sich in den folgenden Kunstrichtungen entwickelt: Malerei, Zeichnen, Interventionen im öffentlichen Raum und Video. Sie hat an Weiter-bildungen zur Reflexion zeit-genössischer Kunst in Managua Nicaragua teilgenommen. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Bildungs-projektes MarES (Künstlerische Mediation, Bildung und Entwicklung), welches Workshops im ganzen Land anbietet.
Im Moment gibt sie bei EducArte Kunstunterricht für die 3 Sieger (Kateryn, Pedro Pablo und Aníbal) des Kunstfestivals im letzten Jahr.

Eileen: Was fasziniert dich an der Kunst?
Andrea: Sie besitzt die Fähigkeit, einen Dialog zu eröffnen, und zwar mittels der Fragen, die sie aufwirft, wenn wir uns Kunst ansehen oder künstlerisch tätig sind. Außerdem verändert sie sich ständig und fordert unsere Kreativität heraus, die Welt auf unterschiedliche Weise wahrzunehmen.
Eileen: Welche Kunstart magst du am meisten?
Andrea: Mir gefällt die zeitgenössische Kunst, nicht nur weil sie sich mir als Antwort auf den Wandel meiner Generation, meiner Epoche enthüllt hat, sondern auch weil sie eine Unmenge an Möglichkeiten umfasst, sich dynamisch und witzig mit ihr auseinanderzusetzen.
Eileen: Wie hast du EducArte kennengelernt?
Andrea: Über meine Schwester. Gemeinsam mit Direktorin Alejandra hat sie das Projekt “Las Enredadas” (zur Emanzipation und Gleichstellung der Frau) entwickelt.
Eileen: Hast du schon vorher mit Kindern gearbeitet?Andrea:
Ja, ich habe bereits mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und das ist auch nicht schwierig, solange ihnen Kunst als Angebot zur Verfügung steht und nicht als Pflicht auferlegt wird. Im Allgemeinen besitzen Kinder sehr viel Kreativität und Energie, um neue Dinge hervorzubringen und in Gruppen zu arbeiten. Aus diesem Grund halte ich die Kunst für ein sehr nützliches Mittel für deren Leben und dem Miteinander in ihrem Umfeld.
Eileen: Was gefällt dir an EducArte und was weniger?
Andrea: Ich finde es gut, dass EducArte es schafft, jedem einzelnen Kind eine individuelle Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und ich sehe ein Team, welches von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Es gibt nicht wirklich etwas, was mir nicht gefällt, ich bin ja auch erst kurze Zeit dabei. Hinsichtlich meines Unterrichts würde ich natürlich einen angemesseneren Raum bevorzugen, aber das ist nur ein vorübergehender Zustand, der sich bald lösen lässt.
Eileen: Was wünschst du dir für die Zukunft?
Andrea: Ich würde gern mein Kunststudium an der Universität wieder aufnehmen. Zugleich möchte ich mit MarES weiterhin versuchen, Kunst als Bildungsmittel zu fördern. Und selbstverständlich sind da noch meine persönlichen Projekte.

Mehr über Andrea und ihre Kunst findet ihr unter www.andreamarmoljuarez.wordpress.com und www.maresarteyeducacion.wordpress.com

April 2012: Interview mit Schulleiterin Fressy

Seit fast sechs Jahren gehört Fressia Nájera zum EducArte- Team. Die 30-jährige hat Verwaltungsfachangestellte gelernt, sich allerdings immer für den sozialen Bereich interessiert und engagiert.
Bei EducArte ist sie als Schulleiterin beschäftigt, kümmert sich um den täglichen Schulbetrieb und fungiert damit unter anderem als erste Ansprechpartnerin für Schüler, Lehrer, Eltern, Voluntäre, Interessierte, etc.

Eileen: Wie bist du zu EducArte gekommen?
Fressy: Alejandra und ich sind Freunde seit Schulzeiten. Als sie mit EducArte begann, arbeitete ich für eine junges belgisches Unternehmen, die einheimische “Cooperativen” unterstützten und später Früchte exportierten. Dort habe ich sehr viel gelernt und von da aus habe ich bereits Alejandra unterstützt, Kontakte hergestellt und die ein oder andere Mail versendet. Aus familiären Gründen hatte ich mich für eine Weile beruflich zurückgezogen und danach bei EducArte angefangen. Ich wollte eine neue Richtung einschlagen.
Eileen: Erzähl uns deinen Werdegang bei EducArte?
Fressy: Zunächst begann ich als Voluntärin, um das Projekt besser kennenzulernen und eventuell einen Platz für mich zu finden. So kam es, dass ich anfangs für das Freiwilligenprogramm verantwortlich war, dazu kam später die Sozialarbeit und nun bin ich Schulleiterin.
Eileen: Was gefällt dir an EducArte?
Fressy: Dass wir tatsächlich eine Wirkung auf die Menschen haben. Ich bin Teil eines Prozesses, der wirkliche Effekte erzielt und identifiziere mich vollkommen mit dieser Arbeit. Es freut mich, dass ich meine Fähigkeiten für jemanden… für die Leute, die Gemeinde einsetzen kann.
Eileen: Was gefällt dir weniger an dieser Arbeit?
Fressy: Mir fällt es schwer, wenn man mit den Eltern regelrecht zu kämpfen hat, weil sie ihre Pflichten nicht erfüllen oder ihre Verantwortung nicht übernehmen. Es frustriert mich, wenn die Menschen einfach nicht aufwachen wollen. Aber dafür arbeiten wir ja. Ich bin ein Mensch der ein gewisses Maß an Ordnung und Struktur braucht. Da ist es schwierig, wenn sich andere nicht an Abmachungen halten.
Eileen: Neben deiner Arbeit bei EducArte studierst du außerdem an den Wochenende. Erzähl uns mehr darüber?
Fressy: Ja, ich habe ein Stipendium für ein dreijähriges Politikstudium erhalten. Jeden zweiten Samstag von 8-15:30 Uhr finden die Kurse statt. Das ist ziemlich anstrengend, aber sehr interessant und gut organisiert. Es ist ein Studium der Theorie und Praxis. Ich bin bereits im zweiten Jahr. Aufgrund der Wahlen im letzten Jahr haben wir im Rahmen des Studiums Foren mit den Bürgermeisterkandidaten organisiert, Diskussionsrunden zum Thema veranstaltet und die Bevölkerung über ihr Wahlrecht aufgeklärt. Außerdem war ich als freiwillige Wahlbeobachterin tätig.
Eileen: Was motiviert dich für dieses Studium?
Fressy: Ich habe die Hoffnung auf ein besseres Guatemala, doch um mein Land positiv zu verändern, muss ich selbst aktiv werden und mich beteiligen…und später natürlich Präsidentin werden (lacht).
Eileen: Was tust du, um dich zu entspannen?
Fressy: Ich liebe meine Arbeit, aber ich versuche stets Arbeit und Privates zu trennen. Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und mag Yoga und Medidation. Außerdem bin ich äußerst gesellig und gehe gern mit Freunden aus.