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August 2010: Im Interview mit Jesús Alfredo

Jesús ist mit seinen 12 Jahren das jüngste von sieben Kindern. Er lebt allein mit seiner Mutter in einer kleinen Wellblechhütte. Küche und Toilette befinden sich im Freien, es gibt aber Strom und Wasser. Seine Geschwister sind bereits volljährig und verheiratet. Kurz nachdem Jesús geboren wurde, verließ sein Vater die Familie, er hat ihn nie kennengelernt.
Seine größeren Geschwister unterstützen ihn und seine Mutter finanziell, da diese keine Arbeit hat. Jesús kommt schon seit mehreren Jahren zu EducArte.

Eileen: Hast du schon immer in Ciudad Vieja gelebt?
Jesús: Ich bin in Antigua geboren und wir sind nach Ciudad Vieja gezogen, da war ich noch ganz klein. Meine Mutter stammt aber ursprünglich aus Huehuetenango*.
Eileen: Sprichst du dann auch ihre Sprache?
Jesús: Ich kann nur ein paar Wörter. Sie spricht Q’anjob’al oder so ähnlich. (Er weiß nicht genau, wie die Sprache heißt bzw. wie man sie ausspricht.)
Eileen: Fehlt dir dein Vater?
Jesús: Manchmal, aber nur ganz selten. Ich kenne ihn ja nicht, da ist es mir meist egal.
Eileen: Wie geht es in der Schule?
Jesús: Gut. Mir gefällt die Schule, besonders die Wissenschaftsfächer.
Eileen: Du hast im Mai mit der Kunstgruppe “Hand ans Werk” an einem Kunst-Festival teilgenommen und am Ende sogar gewonnen. Von 20 verschiedenen Kunstgruppen aus ganz Guatemala wurde dein Werk ausgewählt, um in Mexiko am Endausscheid teilzunehmen. Wie war das für dich?
Jesús: Unglaublich. Ich war sehr froh und hätte das niemals erwartet. Meine Mutter war sehr stolz auf mich und hat mir gratuliert.
Eileen: Was gibt dir die Kunst?
Jesús: Sie hilft mir und entspannt mich.
Eileen: Was bedeutet dir EducArte?
Jesús: Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Lehrer sind nett. Man lernt und spielt und am wichtigsten ist, ich kann malen.
Eileen: Was möchtest du später mal werden?
Jesús: Maler

August 2010: Auf  zum Augentesten!

Die Augen zukneifend sitzt Henry im Unterricht und versucht zu erkennen, was an der Tafel steht. Wenn er etwas in sein Heft schreibt, dann berührt seine Nase fast das Blatt. Schon seit geraumer Zeit fiel den Lehrern auf, dass Henry Probleme beim Sehen hat.
Als seine Mutter darauf aufmerksam gemacht wird, geht sie aber nur wenig darauf ein und meint, es sei alles in Ordnung mit seinen Augen. Es ist schwierig als alleinerziehende Mutter. Sie arbeitet den ganzen Tag bis spät abends, hat nur sonntags frei und dennoch reicht das Geld kaum, um zwei Kinder zu versorgen. Da will man wohl lieber nicht an die Kosten einer Augenüberprüfung beim Optiker denken, schon gar nicht an eine Brille.

Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass ein Freund, von Beruf Optiker, gerade nach Antigua gezogen ist. Auf unsere Anfrage bezüglich Henry bot er sich an, gleich alle Kinder von EducArte kostenlos zu überprüfen. An zwei Nachmittagen wurden somit alle Kinder einem Augentest unterzogen.
Ein wenig nervös waren die Kinder schon als sie den Raum betraten und sich auf den Stuhl setzten. Noch nie wurden ihre Augen überprüft. Stolz nahm der Großteil die beruhigende Nachricht zur Kenntnis, dass sie gut sehen und eine Brille nicht notwendig sein wird.
Es wurden insgesamt 47 Kinder getestet, wovon lediglich vier eine Brille brauchen werden. Henry ist definitiv darunter, denn er hat mit seinen sieben Jahren schon ziemlich schlechte Augen. Zu seinem Glück hat er Paten, die bereits ihre volle Unterstützung zugesagt haben und ihm eine Brille bezahlen werden.
Mithilfe unseres Freundes werden sich diese Kosten auf umgerechnet 20 € belaufen. Dies ist zwar sehr günstig, aber für einige Familien, mit denen EducArte arbeitet, bedeutet dies oft ein halbes Monatseinkommen oder weniger.

Auch für die anderen drei betroffenen Kinder werden wir versuchen, die Eltern bei den Kosten zu unterstützen.

 

Prüfungen über Prüfungen

Ungewöhnlich still war es in EducArte…kein Lehrer, der etwas erklärte oder fragte und keine Kinder, die die Antwort brüllten…kein Mucks war zu hören. Und plötzlich fiel es mir wieder ein…Bimester-Examen.
Alle zwei Monate schreiben alle Schulklassen in allen Fächern Prüfungen. Eine ganze Woche lang schwitzen die Kids über ihren jeweiligen Aufgaben. Hier zum Beispiel unsere Kleinen.

Kleine Exkursion ins Schulwesen: Das öffentliche Schulsystem in Guatemala ist wie folgt gegliedert: Kinder von 4-6 Jahren besuchen die Vorschule (preprimaria), welche theoretischerweise Pflicht ist, was allerdings aufgrund mangelnder Einrichtungen vollkommen unmöglich ist. “Echte” Schulpflicht besteht aber für die Kinder von 7-14 Jahren. Die nämlich müssen die 6-jährige Grundschule (primaria) besuchen.
In der Praxis trifft dies leider auch nicht hundertprozentig zu, am wenigsten in den ländlichen Regionen. Gründe hierfür sind sehr verschieden und reichen von Geldmangel für das Schulmaterial bis hin zu fehlendem Interesse seitens der Eltern für die Bildung ihrer Kinder.
Viele Kinder müssen arbeiten um zum Lebensunterhalt beizutragen, oder aber sie passen auf die jüngeren Geschwister auf. Manche Eltern meinen, dass die Bildung besonders der Mädchen nicht von allzu großer Wichtigkeit sei, da sie ja doch nur Hausfrauen und Mütter werden würden. Nach diesen 6 Jahren folgt die Weiterführende Schule (segundaria), die in drei Basisjahre und zwei Jahre der jeweiligen Berufsorientierung bzw. Universitätsvorbereitung (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) unterteilt ist.

Für alle, die aus diesem Schulsystem fallen, weil sie zu alt oder gar schon erwachsen sind, gibt es außerdem ein Alphabetisierungsprogramm (CONALFA), in dem jeder ab einem Alter von 15 ebenfalls die Grundschule abschließen kann. In unserem speziellen Fall sieht es folgendermaßen aus: EducArte bietet die einzige Vorschule in Ciudad Vieja an, die für ihr Klientel finanziell möglich ist. Sämtliche Einrichtungen dieser Form sind meist private Vorschulen, die vergleichsweise hohe Beiträge verlangen.
Außerdem bietet EducArte die Grundschule, CONALFA und daneben 2 Multi-Aula-Klassen an. Mult-Aula ist eine Art Auffangklasse für Kinder und Jugendliche, die schon zu alt für die Grundschule, aber noch zu jung für das Alphabetisierungsprogramm sind. Für diese Kinder hat der Staat leider keine Lösung. Bei EducArte erhalten sie die nötige Schulbildung, um dann sofort mit 15 Jahren die Abschlußprüfung absolvieren zu können.
Wenn die Schüler von EducArte ihre Grundschule erfolgreich abschließen, ist schon viel geschafft. Leider kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die wenigsten eine weiterführende Schule besuchen werden. Daher ist es ein wichtiges Ziel, die Kinder so gut wie möglich auf das Leben vorzubereiten mit der notwendigen schulischen Grundbildung, aber auch mithilfe der vielen außerschulischen Bildungsaktivitäten.

 

Micaela ist eines von  11 Kindern. Sie ist 29 Jahre alt und damit die Zweitälteste. Seit 5 Monaten arbeitet sie bei EducArte als Köchin und Reinigungskraft. Ihre beiden Söhne, Willy und Selvin, wie auch ihre beiden jüngsten Schwestern, Mariela und Evelin, kommen schon seit Jahren zu EducArte. Micaela und ihre Familie lebt bei ihren Eltern, mit sechs ihrer Geschwister und deren Kindern auf einem kleinen Grundstück. Sie haben ein kleines Zimmer und eine winzige Küche. Ein kleines Häuschen steht ein wenig entfernt und dient als Gemeinschaftstoilette. Es gibt zwar Wasser, aber den Strom bekommen sie vom Nachbarn. Ich habe mit Micaela gesprochen und sie hat mir ihre Geschichte erzählt:

Eileen: Micaela, wo kommt deine Familie ursprünglich her?

Micaela: Als ich 9 Jahre alt war kamen wir aus einem kleinen Dorf im Departamento Huehuetenango*  hier her. Es gab dort keine Arbeit und wenn die Ernten schlecht waren, hatten wir gar nichts. Hier in Ciudad Vieja ist es zwar auch nicht einfach, aber von dem bisschen Geld, das wir verdienen, können wir wenigstens leben. Zur Zeit gehen meine Eltern und Geschwister Kaffeepflücken.

Eileen: Welche Sprache sprecht ihr zu Hause?

Micaela: Wir sprechen ursprünglich Q’anjob’al, aber mit meinen Kindern spreche ich nur Spanisch. Ich möchte lieber, dass sie gut Spanisch lernen, damit sie keine Probleme in der Schule haben und richtig lernen können. Q’anjob’al sprechen eigentlich nur noch meine Eltern.

Eileen: Wie kamst du zu der Arbeit bei EducArte?

Micaela: Ich habe vorher als Hausmädchen gearbeitet, aber da kam ich immer erst 8 Uhr abends nach Hause. Da schliefen meine Kinder meist schon, ohne vorher gegessen zu haben. Als ich hörte, dass EducArte eine Köchin sucht, habe ich mich sofort vorgestellt. Ich mag die Arbeit sehr, vor allem wegen der Kinder.

Eileen: Was gefällt dir an EducArte?

Micaela: Meine Kinder und Geschwister waren die ersten Kinder bei EducArte. Damals war es noch keine Schule, sondern ein Freizeitprojekt. Mir gefällt einfach, was sie den Kindern beibringen und wie sie unterrichten, auch neben dem Schulunterricht. Außerdem unterstützen  sie auch uns sehr (Anm. Damit meint sie das Patenschaftsprogramm und die soziale Familienhilfe bei EducArte).

Eileen: Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Kinder?

Micaela: Ich möchte, dass meine Söhne studieren, am liebsten Architektur. Ich habe nie lesen gelernt. Auch wenn ich es nie geschafft habe, so will ich alles dafür tun, damit aus ihnen etwas wird. Dafür arbeite ich.

Mariela ist ist Micaelas Schwester und seit 5 Jahren bei EducArte. Sie mag die Schule sehr, vor allem die Lehrer seien toll. Sie wünscht sich, alle Klassen zu bestehen und möchte später mal Sekretärin werden. Für ihre nähere Zukunft hat sie allerdings ein anderes Ziel. Sie möchte nämlich zur Miss Karneval 2010 gewählt werden und hat dafür schon die gesamte Schule mit „Wählt Mariela“-Plakaten geschmückt.

 

*Das Departamento Huehuetenango gehört zum nordwestlichen Hochland und erhält mit einem indigenen Anteil von rund 85% noch immer eine große Sprachvielfalt und kulturelle Identität aufrecht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt auf dem Land, wo die Armut allerdings besonders groß und die Analphabetenrate sehr hoch ist

Februar 2010: Interview mit Familie Tomás

Micaela ist eines von  11 Kindern. Sie ist 29 Jahre alt und damit die Zweitälteste. Seit 5 Monaten arbeitet sie bei EducArte als Köchin und Reinigungskraft. Ihre beiden Söhne, Willy und Selvin, wie auch ihre beiden jüngsten Schwestern, Mariela und Evelin, kommen schon seit Jahren zu EducArte. Micaela und ihre Familie lebt bei ihren Eltern, mit sechs ihrer Geschwister und deren Kindern auf einem kleinen Grundstück. Sie haben ein kleines Zimmer und eine winzige Küche. Ein kleines Häuschen steht ein wenig entfernt und dient als Gemeinschaftstoilette. Es gibt zwar Wasser, aber den Strom bekommen sie vom Nachbarn. Ich habe mit Micaela gesprochen und sie hat mir ihre Geschichte erzählt:

Eileen: Micaela, wo kommt deine Familie ursprünglich her?

Micaela: Als ich 9 Jahre alt war kamen wir aus einem kleinen Dorf im Departamento Huehuetenango*  hier her. Es gab dort keine Arbeit und wenn die Ernten schlecht waren, hatten wir gar nichts. Hier in Ciudad Vieja ist es zwar auch nicht einfach, aber von dem bisschen Geld, das wir verdienen, können wir wenigstens leben. Zur Zeit gehen meine Eltern und Geschwister Kaffeepflücken.

Eileen: Welche Sprache sprecht ihr zu Hause?

Micaela: Wir sprechen ursprünglich Q’anjob’al, aber mit meinen Kindern spreche ich nur Spanisch. Ich möchte lieber, dass sie gut Spanisch lernen, damit sie keine Probleme in der Schule haben und richtig lernen können. Q’anjob’al sprechen eigentlich nur noch meine Eltern.

Eileen: Wie kamst du zu der Arbeit bei EducArte?

Micaela: Ich habe vorher als Hausmädchen gearbeitet, aber da kam ich immer erst 8 Uhr abends nach Hause. Da schliefen meine Kinder meist schon, ohne vorher gegessen zu haben. Als ich hörte, dass EducArte eine Köchin sucht, habe ich mich sofort vorgestellt. Ich mag die Arbeit sehr, vor allem wegen der Kinder.

Eileen: Was gefällt dir an EducArte?

Micaela: Meine Kinder und Geschwister waren die ersten Kinder bei EducArte. Damals war es noch keine Schule, sondern ein Freizeitprojekt. Mir gefällt einfach, was sie den Kindern beibringen und wie sie unterrichten, auch neben dem Schulunterricht. Außerdem unterstützen  sie auch uns sehr (Anm. Damit meint sie das Patenschaftsprogramm und die soziale Familienhilfe bei EducArte).

Eileen: Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Kinder?

Micaela: Ich möchte, dass meine Söhne studieren, am liebsten Architektur. Ich habe nie lesen gelernt. Auch wenn ich es nie geschafft habe, so will ich alles dafür tun, damit aus ihnen etwas wird. Dafür arbeite ich.

Mariela ist ist Micaelas Schwester und seit 5 Jahren bei EducArte. Sie mag die Schule sehr, vor allem die Lehrer seien toll. Sie wünscht sich, alle Klassen zu bestehen und möchte später mal Sekretärin werden. Für ihre nähere Zukunft hat sie allerdings ein anderes Ziel. Sie möchte nämlich zur Miss Karneval 2010 gewählt werden und hat dafür schon die gesamte Schule mit „Wählt Mariela“-Plakaten geschmückt.

 

*Das Departamento Huehuetenango gehört zum nordwestlichen Hochland und erhält mit einem indigenen Anteil von rund 85% noch immer eine große Sprachvielfalt und kulturelle Identität aufrecht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt auf dem Land, wo die Armut allerdings besonders groß und die Analphabetenrate sehr hoch ist.

Hurra…wir fahren in den Zoo!

Am 25. September 2009 war Schulausflug. Wir haben die Reise vorschriftsmäßig angemeldet, einen Bus organisiert und sind nach Guatemala Stadt gefahren.
Treffpunkt war 7:00 Uhr morgens in der Schule, damit wir um 7:30 Uhr losfahren konnten. Erstaunlicherweise und zu meiner großen Überraschung waren tatsächlich fast alle pünktlich. Selbstverständlich sind wir dennoch nicht vor 8:00 Uhr losgekommen, was jedoch vorausschauend schon eingeplant gewesen war.
Mit den Worten „ich habe Schinken für alle“ stieg mit ziemlicher Verspätung unser herzallerliebster Gabriel aus der Kindergartengruppe ein. Und schon konnte es losgehen.
Bevor wir jedoch zum Zoo fuhren, machten wir im Zentralpark von Guatemala Stadt Halt. Dort befindet sich der Kilometer Null. In sämtlichen Orten im ganzen Land gibt es eine Kilometerangabe, die einem verrät, wie weit man von der Hauptstadt entfernt ist.  Außerdem gibt es vom Park aus in allen vier Himmelsrichtungen ein wichtiges historisches Gebäude. So erhielten wir eine kurze Führung im Palacio Nacional, wo früher alle Regierungsgeschäfte getätigt wurden. Später erzählte uns Marta, die Psychologin, etwas über die Nationalbibliothek. Ein guatemaltekischer Praktikant von EducArte hatte sich zu dem historischen Einkaufszentrum informiert. Maribel, die Buchhalterin, sprach über die Geschichte der Kathedrale und Profe Rony sagte einige Worte zum Park, der das Zentrum all dessen darstellt. Allerdings waren einige der Kleinen viel mehr von den Tauben fasziniert, da hatte die Geschichte wenig Chancen.
Nach dieser kleinen historischen Führung ging es dann wirklich zum Zoo. Die Kinder waren so aufgeregt und schrien schon weit vorher „ya llegamos“ (dt. endlich da). Nach dem vorsorglichen Toilettengang, teilten wir die Meute in drei Gruppen, Kindergarten und Vorschule zusammen, erste und zweite Klasse sowie dritte Klasse und Multi-Aula in einer Gruppe. So erforschten wir getrennt den Park und seine Tiere.
Anschließend trafen wir uns alle wieder zum gemeinsamen Picknick. Und während einige die Zeit nutzten und sich von ihrem seit Wochen gesparten Geld Süßigkeiten, Eiscreme oder Pommes frites kauften, machten andere eine kleine Rundfahrt mit der Mini-Bahn.
Die Rückfahrt gestaltete sich unglaublich ruhig, da der Großteil der Kinder die Eindrücke dieses Tages wohl im Traum verarbeitete.

Man muss anmerken, dass viele der Kinder nicht einmal Antigua richtig kennen. Ein Ausflug in die Hauptstadt bedeutete damit etwas unheimlich Abenteuerliches und Aufregendes. Die Kinder waren so beeindruckt von allem und sprachen noch Tage später davon.

 

 

Muttertag 2009

„Eine Mutter kann viele Kinder haben, aber jedes Kind hat nur eine Mutter“. Mit diesem Zitat eröffnete Jesús (Bild 3) die alljährliche Muttertagsfeier. Jedes Jahr am 10. Mai ist Muttertag in Guatemala. In diesem Jahr fiel dieser auf den Sonntag, so dass er bei EducArte schon am Freitag gefeiert wurde. Dazu waren alle Mamas eingeladen, welche auch zahlreich erschienen. Die Kinder und Lehrer hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, wobei auch die Mamas eingebunden wurden. Jede Gruppe hatte seine Tanzeinlage und zwischen diesen gab es Spiele für die Mamas, bei denen sie auch etwas gewinnen konnten. So mussten sie tanzen, Luftballons zum Platzen bringen und „Reise nach Jerusalem“ spielen. Und während viele Mamas verschüchtert nach unten schauten und sich eher zurückhaltend verhielten, wollten die Kinder gar nicht mehr von der Bühne herunter. Der Hauptakt des Festes war das einstudierte Theaterstück. Edgar (Bild 8) führte das Publikum als Erzähler durch das Märchen „Schneewittchen“ und die 11 kleinen Darsteller ließen ihren schauspielerischen Talenten freien Lauf. Abschließend wollte der Chor unbedingt sein Lied zum Besten geben, was eigentlich nicht geplant war, denn dieser hatte erst kürzlich mit den Proben begonnen, was man dann an der ein oder anderen Stelle auch deutlich heraushören konnte. Aber die Kinder waren glücklich und die Mamas waren es auch. Es war ein gelungener Nachmittag, der damit endete, daß Profe(sor) Rafael den Frauen seine Wertschätzung mitteilte und jede Mama eine selbstgebastelte Blume erhielt.

Karneval 2009

Vielleicht nicht ganz so bekannt und aufwendig wie in Rio de Janeiro, jedoch nicht weniger aufregend ist der Karneval für die Kinder in Guatemala. Wer sich kein Kostüm kaufen kann, was die meisten betrifft, der bastelt sich entweder eins oder leiht sich etwas aus dem Fundus von EducArte. Eines der Hauptereignisse des Festes ist die Wahl der „Miss Karneval“. Doch vorher wird über das Wählen generell geredet. Jedes Kind hat eine Stimme. Die Wahl ist geheim und um sie noch authentischer zu gestalten wird die Teilnahme mit einem Fingerabdruck bestätigt. Außerdem werden die Kinder dazu angehalten, genau darüber nachzudenken, wen sie wählen und warum. Darüber können sie sich während des Umzugs Gedanken machen. Der Karnevalsumzug bezieht sich nur auf das Viertel, wo sich die Schule befindet, ist allerdings besonders für die ganz Kleinen dennoch ein ordentlicher Spaziergang. Dabei ist es ganz typisch, dass man die Banner der Schule trägt wie auch sehr oft die guatemaltekische Fahne. Wieder in der Schule angekommen, beginnt die Misswahl. Gewählt wird eine Miss Karneval der kleinen Gruppen und eine aus den höheren Graden. Anschließend gibt es einen kleinen Imbiss bestehend aus belegtem Brot und Popcorn. Die Kinder lieben Popcorn. Bevor das Wahlergebnis bekannt gegeben wird, tragen Victor, Byron und Catalino mit Volontärin Sarah ein selbstgedichtetes Lied über EducArte vor, dessen Text wirklich ans Herz geht. Singen die drei doch darüber, daß sie sich ein glückliches Guatemala und EducArte für alle Kinder wünschen. Gaby und Flory werden als Siegerinnen der Misswahl bekanntgegeben und gefeiert und schon wenige Sekunden danach werden alle Kinder ganz unruhig. Denn jetzt beginnt der Abschluss der Veranstaltung. Darauf hatten schon alle gewartet. Denn jetzt holen plötzlich alle ihre präparierten Eier aus den Taschen. Es ist Brauch, die Eier auszublasen und mit ganz winzigen Konfetti zu füllen. Diese werden dann auf den Köpfen der anderen zerschlagen und der Spaß beginnt. Ich habe noch Tage später die Überreste in meinen Kleidern gefunden.

Valentinstag 2009

Ja, der Valentinstag wird auch hier gefeiert, allerdings heißt er hier Tag der Zuneigung. Überall laufen Leute herum, die Blumen verkaufen. Die Kaufhäuser sind voller kitschiger Plüschherzen und dergleichen. In sämtlichen Läden dominiert die Farbe rot und für einen Moment vergisst man, was in diesem Geschäft eigentlich wirklich verkauft wird. Doch auch in den Schulen wird dieser Tag gefeiert, doch hier bezieht man sich eher auf die Zuneigung generell. So werden gleich zu Beginn die Kinder von Fressy dazu angeregt, diese Zuneigung einmal mehr offen zum Ausdruck zu bringen und Freunde und Mitschüler zu umarmen. Die gesamte Feier gilt den Kindern. Es wird gemeinsam gesungen und es werden verschiedene Spiele gespielt. (siehe Fotos 3-5): Tanzwettbewerb, Luftballon platzen lassen und Reise nach Jerusalem). Außerdem konnte mit Hilfe vieler Spenden eine Tombola veranstaltet werden. Abschließend gab es eine Piñata. Das ist nichts für schwache Nerven, kann ich euch sagen. Ein Kind, welches mit verbundenen Augen wie verrückt auf eine Papierfigur einschlägt, um deren Süßigkeiten-Inhalt herauzubekommen, und Kinder, die plötzlich nur noch Bonbons sehen und sich wie wild daraufstürzen, während dieses eine Kind noch immer den mit dem Stock herumwirbelt. Eine irre Tradition ist das.

Weihnachtstheater 2008

Der letzte Tag bei EducArte in diesem Jahr, kurz vor Weihnachten, wurde typisch mit der Aufführung der Weihnachtsgeschichte gefeiert. Dafür hatten die Kinder mit Profe(sor) Rafael und Volontärin Sarah lange geprobt. Das Publikum war begeistert und die Kinder stolz und überglücklich.


Christmas 2008

Die Einkaufskette Walmart in Guatemala hat eine Tradition. Jedes Jahr vor Weihnachten laden sie kleine Organisationen ein und veranstalten ein Fest für die Kinder. Auch EducArte war eingeladen und somit machten wir uns mit den Bus, dessen Kosten ebenfalls von Walmart übernommen wurde, auf den Weg nach Guatemala. Dort angekommen, bekamen wir zwei Mitarbeiter von Walmart als Verantwortliche für unsere Gruppe zugewiesen. Diese führten uns in den Speisesaal, wo jeder etwas zu Essen bekam. Danach begann die Veranstaltung. Santa Claus mit Frau, Schneemann und Rentiere und alle, die dazugehören, führten durch ein buntes Programm aus Musik und Spielen. Es waren sehr viele Kinder da. Was danach passierte, war selbst für mich unfassbar… Die Kinder wurden auf den Hof geführt und nun kamen die Nummernkärtchen zum Einsatz, die jeder einzelne zu Beginn erhalten hatten. Sämtliche Walmart-Mitarbeiter haben nämlich für diese Veranstaltung ein Patenkind, welches sie nun beschenken. Ein riesiges Durcheinander entstand als diese nun mittels ihrer Nummer das passende Kind suchten. Umso größer war die Freude dann, wenn sich ein Paar gefunden hatte. Die Geschenke waren überwältigend, das waren keine Kleinigkeiten, sondern von Rollern über Elektroautos und Barbies mit allem Zubehör war alles dabei. Für die meisten Kinder war dies das einzige Geschenk, das sie zu Weihnachten bekommen. Daher war es auch nur allzu verständlich, dass manche Kinder regelrecht geschockt waren und vollkommen unfähig, sich wirklich zu freuen, weil sie, teilweise ganz verschüchtert durch die Überschwenglichkeit ihrer Paten und die ganzen Fotografen, es überhaupt nicht begreifen konnten. Es war eine Veranstaltung, die einen faden Beigeschmack hatte, doch die leuchtenden Augen der Kinder und die Freude als wir dann wieder im Bus und auf dem Rückweg waren, machten es dann doch schwer, alles zu verurteilen…

Plätzchen backen 2008

Das war eine tolle Aktion…eine schöne deutsche Tradition. Mareike hatte sich bereiterklärt mit den Kindern von EducArte Weihnachtsplätzchen zu backen und sämtliche Zutaten besorgt. Gesagt…getan!

Wir mussten die Kinder in zwei Gruppen teilen, weil es so viele waren. Was wir vollkommen unterschätzt hatten, war die Tatsache, daß Backen mit Gasherd und somit lediglich Unterhitze gar nicht so problemlos ist wie wir das in Deutschland gewöhnt waren. So wurden die Plätzchen in der Mitte schon fast schwarz während die an den Seiten noch fast roh waren. Alles in Allem dauerte alles viel länger als wir erwartet hatten, was den Kindern jedoch nichts weiter ausmachte. Mit viel Spaß waren alle ganz hochkonzentriert bei der Sache und am Ende mächtig stolz auf ihre Werke.