Kaja Niemesch, Voluntärin bei EducArte, stellt den Monat September vor.

EducArte dankt dir dafür, dass du deine ganz persönlichen Eindrücke mit uns teilst.

 

Der Monat füllt sich mit Leben, neuen Erfahrungen, Begegnungen und gemeinsamen 0001q3Momenten des Lernens

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In diesem Monat lernte ich das Gemeinschaftszentrum EducArte im Rahmen eines Praktikums meines Studiums der Sozialen Arbeit kennen. Ich begegne EducArte als einen Ort, in dem Bildung versucht, eigene Wege aufzuzeigen. 

Respekt und Solidarität haben hier einen Raum, der Kindern, jungen Menschen und ihren Familien ermöglicht, für das Leben zu lernen.

Ich beschreibe hier meine erste Zeit bei EducArte und was der September mit sich brachte. Es ist mein persönlicher Blickwinkel, nur einer unter vielen. 

 

Ich sehe was, was du nicht siehst…

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Die vergangenen Wochen konnten die Vorschulkinder bei verschiedenen Aktivitäten ihre eigenen fünf Sinne erleben und spüren. Durch Erfahrungslernen sollten die Sinne der Kinder spielerisch gefördert werden, wobei die Körperwahrnehmung und ganzheitliche Entwicklungsförderung im Zentrum standen.  

In verschiedenen Spielen konnten die Kinder das Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen und Sehen selbst-ständig ausprobieren. 

Es wurden unter anderem Ferngläser und Rasseln gebastelt, Geräusche-Memory gespielt, Obstsorten erraten und Hand-abdrücke erstellt. Zusätzlich wurden Sinnesorgane gebastelt und ihre Funktionsweise näher betrachtet. 

 

Ein magischer Koffer, viele Bücher und ein Geschichtenerzähler

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Mit der mobilen Bibliothek, bestehend aus einem großen bunten Koffer voller Bücher, besuchte EducArte in diesem Monat wieder verschiedene Schulen und Gemeinden in Guatemala. 

Die Kinder lauschten gespannt den Abenteuern des Geschichtenerzählers und erlebten die Magie, die in Büchern stecken kann. 

Durch das Vorlesen und selbstständige Lesen von Bilderbüchern wird den Kindern Spaß am Lesen vermittelt. Die mobile Bibliothek motiviert mit ihren verschiedenen Aktivitäten zum Lesen und Schreiben. So schreiben oder malen die Kinder beispielsweise ihr ausgedachtes Ende einer Geschichte. Mit Hilfe des Lesens erweitert sich das Wissen und die Kinder eignen sie sich ihre persönliche Sicht auf die Welt an.

Das Angebot der Leseförderung im Rahmen von EducArte wird von zahlreichen Schulen in der Region angenommen und in den Schulalltag integriert. 

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Kein Tag gleicht dem Anderen

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Natürlich ist jeder Tag bei EducArte ein bisschen anders. Es fehlt nicht an Abwechslung und neuen Erlebnissen. Und doch gibt es immer wieder besondere Tage, die sich dann doch noch ein bisschen von 0002ZQden anderen unterscheiden.

Am 15. September wird in Guatemala alljährlich die seit 1821 bestehende Unabhängigkeit von Spanien gefeiert. Viele Schulen veranstalten an diesem Tag große musikalisch begleitete Umzüge. In diesem Jahr fiel der Unabhängigkeitstag auf einen Sonntag. EducArte gab diesem Tag aber in der vorangegangenen Woche im Projekt seine Bedeutung. Gemeinsam mit allen Kindern wurde mit viel Papier und Farbe ein großes Wandbild mit bedeutsamen Symbolen für das Land gestaltet. Es wurde eine große Flagge gemalt, sowie der Nationalbaum “La ceiba” und die Nationalblume “La monja blanca”, eine Orchideenart, gebastelt. Anschließend gab es eine Gesprächsrunde über die Bedeutung des Tages und der Symbole.

 

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   “Wenn ihr 
Jugendlichen nicht die Führung eures eigenen Landes übernehmt, wird niemand kommen um es zu retten. Niemand!” [Jaime Garzón, kolumbianischer Pädagoge und Pazifist]

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Im zweiten Jahr in Folge fand ein 7-monatiger Workshop zum Thema “Friedenserziehung und Gewaltprävention durch gesellschaftliche Partizipation” mit Jugendlichen der Oberstufe einer Bildungseinrichtung in Antigua statt. 0002ZQ

Geleitet und realisiert wurde dieses Projekt von Alejandra Hernández mit der Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen. Auf Augenhöhe und auf  Mitbestimmung appellierend wurden in offenen Diskussionsrunden und Workshops mit den Jugendlichen unter anderem sensible Themen wie Emanzipation und Gleichstellung, freie sexuelle Selbstbestimmung, soziale Verantwortung und Gewaltfreiheit angesprochen. 

0002ZQIm September fanden die Monate des gemeinsamen intensiven Arbeitens ihren feierlichen Abschluss mit dem Festival “¡menos casaca, más acción!” (dt. weniger Gerede, mehr Aktion!). Zu diesem Anlass wurden verschiedene Künstler aus Antigua und der Hauptstadt eingeladen. Ein vielseitiges Programm aus Musik, HipHop, Skateboard, Zirkus, Film und Vorträgen wartete an diesem Tag auf die rund 600 Schüler die in den vergangenen Monaten am Projekt teilgenommen hatten. Gemeinsam mit dem Orchester der Schule und den Künstlern fand ein bunter, aufsehenerregender Umzug durch Antigua statt.0001tN

Des weiteren wurde eine Messe veranstaltet, bei der sich verschiedene Institutionen und Organisationen aus der Umgebung den Jugendlichen vorstellten. Der Schwerpunkt lag dabei insbesondere auf Einrichtungen der Sexualberatung, welche den Jugendlichen offen stehen. 

Aktionen von EducArte wie diese, zeigen die Verantwortung auf, die jeder einzelne von uns in sich trägt für die Gestaltung des eigenen Lebens und der Gesellschaft. 

Hier können Sie den Newsletter als PDF herunterladen: Newsletter September 2013