Juni 2012: Interview mit Praktikantinnen

In vielen guatemaltekischen Schulen gehört es zur Philosophie und Voraussetzung, ein Praktikum im sozialen Bereich zu absolvieren.
Aus diesem Grund haben neun Schülerinnen (16 und 17 Jahre) aus Guatemala Stadt fünf Tage lang am EducArte-Alltag teilgenommen und somit Einblicke in die sozial-pädagogische Arbeit erhalten.
Dabei wurden sie abwechselnd in den Bereichen Sekretariat, Bibliothek, Kinderkantine, Vorschule, Hausaufgabenhilfe, Kunstunterricht und Grundschulunterricht eingesetzt. Mit fünf von ihnen haben wir gesprochen und sie zu ihren Erfahrungen befragt.
Eileen: Welchen Eindruck habt ihr von EducArte?
Tamara: Es handelt sich um eine ganzheitliche Institution, welche mit sehr engagierten Mitarbeitern auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingeht. Die Ausstattung könnte allerdings verbessert werden.
Mariana: Mir haben die Aktivitäten mit den Kindern gefallen: die Ralley, die Filmvorführung, der Imbiss-Stand und der Themen-Tag.
Katherinne: EducArte schafft es, das Potenzial der Kinder im künstlerischen Bereich heraus zu holen. Man wird von den Kids akzeptiert. Und ich finde es gut, dass es verschiedene Aktivitäten gibt. Ich konnte jeden Bereich kennenlernen und hätte gern noch mehr Zeit gehabt.
Jimena: Man fördert die Kinder in vielen Bereichen. Es ist kein monotoner Ablauf, sie veranstalten viele kreative Aktivitäten. Es ist nicht nur ein Ort, wo die Kinder kommen, um sich zu setzen und Unterricht zu machen. Die einzelnen Klassen sind allerdings recht klein.
Ana Lucia: Es ist toll, dass vielen Kindern die Möglichkeit gegeben wird, etwas zu lernen, da einige vielleicht nicht die Chance dazu haben. Leider sind nicht alle Lehrer immer pünktlich.
Eileen: War euer Praktikum so, wie ihr es euch vorgestellt habt?
Tamara: Ich dachte, der Ort wäre größer und dass es mehr Kinder wären. Der erste Tag war seltsam, weil wir dachten, dass wir ausschließlich mit Kindern arbeiten würden.
Mariana: Ja, meine Erwartungen haben sich erfüllt.
Katherinne: Mir hat die Erfahrung gut gefallen, wir haben erlebt wie es ist, Lehrerin zu sein. Das war sehr interessant.
Jimena: So hatte ich es mir nicht vorgestellt. Es war sehr positiv und ich hatte die Gelegenheit, mit älteren Kindern zu arbeiten.
Ana Lucia: Ja, es war wie wir es uns vorgestellt hatten.
Eileen: Welcher Bereich hat euch am besten gefallen und welcher weniger?
Tamara: Die Arbeit mit den Vorschulkindern, weil sie sehr aktiv sind. Die Lehrer arbeiten mit viel Hingabe. Und ich denke, die Sexualerziehung ist ausgesprochen wichtig. Einzig im Kunstunterricht gibt der Lehrer zu oft seine Ideen vor, aber es ist wichtig, dass die Kinder sich selbst ausdrücken.
Mariana: Die Arbeit mit den Kindern mochte ich am meisten, mit ihnen Zeit zu verbringen und zu sehen wie sie arbeiten. Sekretariat und Bibliothek finde ich langweilig.
Katherinne: Die Arbeit mit den ganz kleinen und den größeren Kindern der extrakurrikulären Grundschule hat mir am besten gefallen. Der Bereich Kinderkantine weniger, denn ich dachte, wir würden etwas anderes kochen.
Jimena: …als Hilfslehrer bei den kleinen und den großen Kindern zu sein. Am ersten Tag hatte ich mich noch nicht recht eingebracht, doch in den folgenden Tagen integrierten wir uns mehr und mehr.
Ana Lucia: Der Vorschulbereich war toll. Kunst war nicht so gut, weil es sehr wenig Kinder waren.
Eileen: Was nehmt ihr für euch mit nach diesem Praktikum?
Tamara: In meinem Alltag wird sich nicht viel ändern. Mir ist noch nicht vollkommen klar, was alles zur Arbeit in einer Institution gehört. Ich werde an meine Ausbildung an der Universität denken, aber auch an die gesamte Bevölkerung und nicht nur an mich.
Mariana: Mir ist die Realität des Landes bewusst geworden. Es gibt Kinder mit vielen Bedürfnissen. Es hat mir geholfen, meine Augen zu öffnen.
Katherinne: Mir ist klar geworden, dass ich bezogen auf Bildung eine Privilegierte bin und dies mehr wertschätzen sollte.
Jimena: Es hat mir viele Dinge gezeigt, ich habe verschiedene Perspektiven kennegelernt. Die Kinder kommen ganz aufgeregt zum Lernen und ich wache morgens manchmal nicht auf oder habe keine Lust, zur Schule zu gehen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.
Ana Lucia: …meine Erziehung und Bildung mehr schätzen zu lernen.
Eileen: Habt ihr eine letzte Botschaft an EducArte?
Tamara: Macht weiter so mit aller Hingabe zur Förderung der Kinder und gesamten Bevölkerung. Glückwünsche zu eurer Arbeit.
Mariana: …dass sie weitermachen. Es ist etwas Gutes für die Gemeinde, sie helfen sehr viel.
Katherinne: Ich wünsche mir, dass sie so weitermachen und dass die Kinder weiterhin ins Gemeinschaftszentrum kommen.
Jimena: Macht weiter so und motiviert die Kinder mit all den Aktivitäten. Es hat mir sehr gut gefallen.
Ana Lucia: Es ist toll, was sie alles tun, um den Kindern diese Möglichkeiten zu bieten.

EducArte bedankt sich recht herzlich für eure Unterstützung und wünscht euch alles Gute für die Zukunft.